Das Klassenspiel

in der achten Klasse

 

Auch wenn es im ersten Lehrplan der Waldorfschulen noch nicht aufgeführt war, gehört das Achtklassstück heute neben Klassenfahrt und Jahresarbeit zu den Höhepunkten der achten Klasse an vielen Waldorfschulen im In- und Ausland. In der Zeit der Pubertät, wo viele Jugendliche ihren Standpunkt ganz neu bestimmen müssen, kann es eine große Hilfe sein, in eine völlig andere Rolle hineinzu-schlüpfen. Da traut sich dann manche(r), der/die sich sonst am liebsten ganz verstecken möchte, auf der Bühne total aus sich heraus zu gehen. Das tut gut! An der Sprache, die sich in diesem Alter gern verwischt und verschleift, wird intensiv gearbeitet, ebenso an Gesten und Körperausdruck. Das wichtigste für mich ist aber, dass das Klassenspiel eine Gemeinschaftsarbeit ist. Egal, ob „große“ oder „kleine“ Rolle, jede(r) trägt zum Gelingen des Ganzen bei. Dazu kommt die Arbeit an Kulissen, Requisiten, Kostümen und Maske, wo wieder andere Fähigkeiten gefordert sind. Immer wieder habe ich erlebt, wie nach dem Klassenspiel die Schülerinnen und Schüler innerlich gewachsen sind, aber auch die Klassengemeinschaft gestärkt war.